Dorit

Ruhe finden in aufregenden Tagen …
Meine Zeit in Dacia und Codlea
ein Reisebericht von Dorit/ April 2003

Ich bin wieder in Berlin, in der großen bunten und hektischen Stadt. Aber so richtig will sie mich nicht mitreißen. Ich bin verträumt und hänge noch in Gedanken den letzten zwei Wochen nach, die ich in Rumänien verbrachte. Die Reise begann am 10. April, als ich nach einem stressvollen Tag endlich in den Zug nach Dresden einstieg, um zu Frank und Rica zu gelangen. Mit ihnen zusammen wollte ich nach Rumänien fahren, um Lars zu besuchen, meinen Freund, der dort ein Praktikum über ein halbes Jahr macht, ihr habt schon von ihm auf dieser Seite gelesen. In Dresden dauerte es auch nicht lange und das Auto war gepackt und voll beladen. Fünf Leute – Frank, Rica, den Jens, Georg und mich – , einen Hund, einen Dachgepäckträger und einen Hänger hatte der kleine Opel auszuhalten. Aber er schlug sich noch ganz gut, auch dafür, dass wir im Norden Rumäniens einen langen Umweg mit vielen Schlaglöchern fahren mussten. Frank amüsierte sich, wie ich – wie er sagte – „pädagogisch“ das Auto dazu bringen wollte, im dritten Gang die Berge hoch zu fahren und dann doch aufgeben und runterschalten musste. Nach 27 Stunden kamen wir dann auch endlich in Dacia an. In Michas Haus brannte noch Licht. Lars war wach geblieben und endlich hatte ich ihn wieder und ich konnte ihn in meine Arme schließen.
In den ersten Tagen fiel dann auch langsam der ganze Stress von mir ab. Das Landleben tat mir gut. Frank verschnitt wie verrückt die Weiden, deren Äste wir dann gemeinsam zerkleinerten und für ein Osterfeuer stapelten. Knack, knack, ging es die ganze Zeit, als wir die Zweige zerbrachen, Frank dachte bei diesem Geräusch, das Feuer sei schon an. Aber auch Ostervorbereitungen wurden schon getroffen. Micha war mit seinen Kindern Pia und Rachel angekommen und die Mädchen, Jens und ich bemalten Ostereier für unseren Weidenstrauß.
Nach ein paar Tagen fuhren Lars und ich dann nach Codlea zu dem Internat, wo Lars arbeitet. Für diese Zeit übernachtete Lars nicht im Heim, sondern wir nahmen ein Zimmer bei einer netten rumänischen Familie. Dort wurden wir lieb umsorgt und bekocht. Ich lernte die Mädchen kennen, mit denen Lars arbeitet und bekam einen kleinen Eindruck von seiner Tätigkeit. Auch die Wand, die er zusammen mit den Mädchen bemalt hatte, konnte ich bewundern.
Ostern ging es aber wieder zurück nach Dacia und wir verbrachten schöne Tage mit den anderen, den Freiwilligen, die noch dazu gekommen waren, beim Lammessen im Begegnungshaus, beim Osterfeuer und vielen anderen schönen Momenten.
Wir konnten auch unsere Fähigkeiten im Sprachenlernen unter Beweis stellen, es war oft gar nicht so leicht, nur mit so ein paar Brocken Rumänisch zurechtzukommen und dann war da diese Sprache, die Pia und Rachel einbrachten: Eutsch. Aber der Ens, die Nita, die Ica, der Rank, Ars und ich, die Orit, lernten schnell von Ia und Achel.
Ja und dann war da noch das Haus unterm Storchennest, das mir ganz schön zu schaffen machte. Aber davon erzähle ich später einmal, es ist auch sicher bald auf dieser Seite zu sehen.
Es war schwer, Abschied von Lars zu nehmen, den ich nun wieder lange nicht sehen werde und es war schwer, Abschied von Rumänien zu nehmen, wo ich eine so schöne Zeit verbracht habe. Wieder zu fünft, doch statt mit Georg nun mit Sabine ging es los auf die Rückreise. Aber bald zeigte sich, dass es doch etwas viel war für das Auto. Bei jedem Berg hofften wir, es möge ihn schaffen, bis es schließlich doch liegen blieb. Zum Glück kamen zwei Busse eines Hilfstransports aus dem Erzgebirge vorbei. Sie schleppten uns ein Stück ab und Sabine und ich hatten das Glück, von ihnen mitgenommen zu werden. So trat ich die Heimreise mit völlig fremden Menschen an, die aber sehr lieb waren und extra einen Umweg fuhren, damit Sabine abgeholt werden konnte und die mich auch zum Bahnhof in Chemnitz fuhren, damit ich nach Berlin gelangen konnte. Frank, Rica und Jens mussten hingegen sehr lange warten bis ihnen geholfen wurde.
Ja und nun bin ich hier, denke zurück an die schöne Zeit mit Lars, all die netten Leute, die ich kennen gelernt habe und Rumänien, wo ich bei all den Erlebnissen doch die langersehnte Ruhe fand … (Dorit)