Kristin Jaster, Praktikantin

in Bukarest, Help Step e.V., Zeitraum:September 2006 bis März 2007

Ich liebe Zug fahren und mit den Zügen in Rumä. ist es ein Erlebnis mehr…

Ein Bericht von Kristin Jaster/ Januar 2007

Der Monat Dezember war einer der vollgepacktesten Monate, seit ich hier bin. Am 16./17.Dezember fand in Casa Boxberg ein Weihnachtsmarkt statt. Dazu waren 5 weitere Einrichtungen eingeladen, um sich und ihre Produkte zu präsentieren. Es gab Krippen, Armbänder, Ketten, leckeres Essen und Glühwein, eine Tombola und natürlich Kerzen. An einem Tag kam mir die Betreuung der Tombola zu. Dies stellte sich als stressiger heraus, als ich gedacht hätte. Da jedes Los gewann und es ungefähr 200 Preise waren, gab es teilweise großes Gedrängel am Tombolastand. Viele kauften gleich mehrere Lose, da sie einen bestimmten Preis gewinnen wollten, wie zum Beispiel ein Zelt oder einen Akkuschrauber von Bosch. Der Jugendliche, welcher mir half, und ich kamen manchmal nicht mit der Übergabe der Gewinne hinterher. Neben dem Verkauf fanden auch kleine Auftritte statt, wie gemeinsames Weihnachtssingen der Jugendlichen. Es war, wie ich finde, ein gelungenes 3.Adventswochenende. Danach folgte Weihnachten. Am 24.Dezember kamen alle Jugendlichen, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Um 15Uhr ging es mit Kaffee und Kuchen los, es folgte ein Essmarathon, von Kartoffelsalat über Sarmale. Gegen Abend gab es dann für alle Geschenke. Anschließend fand noch ein kleiner Gottesdienst in der Einrichtung statt. Ein wunderschöner Abend mit leckerem Essen, vielem Tanz und strahlenden Jugendlichen. In der folgenden Woche hatten dann alle frei und ich nutzte die Zeit, um mit einer Freundin wegzufahren. Am 26.Dezember ging es mit dem Zug ab nach Sibiu. Ich liebe Zug fahren und mit den Zügen in Rumänien ist es ein
Erlebnis mehr. Es war teilweise sehr lustig in den Abteilen mit 8 Personen. Die Schneelandschaft, welche wir aus dem Zug bestaunen durften, war bildschön. Nach 6 Stunden erreichten wir dann endlich Hermannstadt. Sibiu ist eine wunderschöne Stadt, welche ich jedem nur ans Herz legen kann sie zu besuchen. Es gibt nette kleine Cafes und Geschäfte, tolle Aussichtspunkte auf die Stadt, einige Sehenswürdigkeiten und vieles mehr. Danach ging es weiter nach Brasov und Rosenau. Beides sehr schöne Ausflugsziele. Der Blick auf Brasov und natürlich die Stadt ist herrlich. Leider hatte ich nur einen Abend, um mir einen kleinen Eindruck von Kronstadt zu verschaffen. Die Burg von Rosenau ist auch sehr sehenswert. Auch wenn der Eintritt mit 10Lei für
Studenten ziemlich überteuert ist. Am 30. Dezember ging es dann zurück nach Hermannstadt, um dort Silvester zu feiern. Da Sibiu Kulturhauptstadt 2007 ist, war einiges los. Es gab Konzerte und ein riesiges Feuerwerk. Am Neujahrstag hatte ich dann noch die Ehre den Präsidenten von Rumänien, Basescu, zu sehen. Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Bukarest.
Aber ich habe Blut geleckt und möchte noch mehr sehen. Nun ist schon Neujahr und das fleißige Arbeiten in der Einrichtung hat wieder begonnen. Mal sehen was im neuen Jahr noch alles passiert, bis ich im März zurück nach Deutschland fliege.
Bis bald Kristin

Es gibt viel zu tun, denn der Weihnachtsmarkt steht kurz vor der Tür…

Ein Bericht von Kristin Jaster/ Dezember 2006

Es wird langsam sehr kalt in Bukarest und die Weihnachtszeit rückt immer näher. Die Stadt ist mit tausenden von Lichtern geschmückt und es liegt ein bisschen Weihnachtsstress in der Luft. Auch in Casa Boxberg ist viel zu tun. Fast jeden Tag kommen Leute Kerzen kaufen. Die Jugendlichen arbeiten fleißig an weihnachtlichen Kerzen. Es gibt viel zu tun, denn der Weihnachtsmarkt steht kurz vor der Tür. Zu diesem Anlass kommen fünf weitere soziale Einrichtungen und bieten verschiedene Sachen, wie Armbänder und Krippen, an. Es wird Glühwein, Tee, Gebäck, eine Tombola und vieles mehr geben. Bei Interesse einfach auf www.helpstep.net schauen.
Ansonsten ist diesen Monat einiges passiert. Als erstes möchte ich von einem Kerzenverkauf bei Bosch berichten. Dieser fand am 28.11 statt. Viele Kerzen hatten wir eingepackt, da wir auf kauffreudige Kundschaft hofften. Gemeinsam mit einem Freund und zwei Jugendlichen fuhr ich zu Bosch. Als wir alles aufbauten, schauten und fragten schon viele Leute. Neben Kerzen hatten wir auch selbstgemalte Weihnachtspostkarten dabei. Die Leute waren begeistert und kauften kräftig. Es war ein sehr erfolgreicher Tag mit guten Einnahmen für den Verein. Was neben dem sozialen Aspekt sehr wichtig ist, da sich der Verein selbst finanzieren muss.
Letzten Monat fand auch eine große Geburtstagsfeier in Paulico statt. Alle drei Monate ist so eine Feier in der Einrichtung. Jeder der in den letzten drei Monaten Geburtstag hatte, wird gefeiert. Dieses Mal waren es neun Geburtstagskinder. Es gab viel leckeres Essen und natürlich Geschenke. Es wurde den ganzen Nachmittag ausgelassen gefeiert und kräftig getanzt. Es war ein schöner Nachmittag, da ich auch beobachten konnte, wie sich neue Freundschaften bildeten in dieser entspannten Atmosphäre. Denn bei dieser Feier trafen beide Werkstätten aufeinander und nicht jeder kennt schon jeden, da wir auch ein paar neue Jugendliche haben.
Neben den vielen schönen Erlebnissen in der Einrichtung bzw. in Bukarest, kommen aber auch nicht so schöne Momente dazu. Zur Zeit ist es für mich am schlimmsten im Dunkeln nach Hause zu kommen. Auf unserer Strasse haben es sich Straßenhunde zum Ziel gemacht, mich zu ärgern. Es nervt wahnsinnig andauernd mit bellenden und knurrenden Hunden konfrontiert zu werden. Für hilfreiche Überlebenstipps wäre ich dankbar. Aber jetzt will ich es erst mal mit freundlicher Stimme und Wurst probieren. Nächsten Monat werde ich dann berichten, ob es geklappt hat und wie Weihnachten und Silvester in Bukarest war.

Bis bald Kristin

Es ist immer sehr lustig, da fast immer etwas beim Kochen schief geht…

Ein Bericht von Kristin Jaster/ November 2006

Seit 2 Monaten bin ich jetzt in Rumänien. Ich habe mich gut eingelebt und komme in der Einrichtung sehr gut klar. Meine Arbeitswoche bei Helpstep e.V. gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Einen Tag bin ich im Büro, 3 Tage in der Kerzenwerkstatt Paulico und 2 halbe Tage im Jugendwohnen Ebringen. Dort gehe ich beispielsweise jeden Samstag mit einem Jugendlichen Lebensmittel einkaufen. Anschließend wird für alle gekocht und es findet ein gemeinsames Mittagessen statt. Es ist immer sehr lustig, da fast immer etwas beim Kochen
schief geht. Aber es macht mir sehr viel Spaß. Auch in der Kerzenwerkstatt komme ich gut mir den Jugendlichen zurecht. An zwei Vormittagen gebe ich 4 Jugendlichen Deutschunterricht. Es ist teilweise schwer, aber es lassen sich schon erste Lernerfolge verzeichnen. Bald steht auch Weihnachten vor der Tür und es findet im Casa Boxberg (andere Kerzenwerkstatt) ein Weihnachtsmarkt statt. Dafür stelle ich gemeinsam mit den Jugendlichen Weihnachtspostkarten her. Dabei kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Die Jugendlichen gehen mit viel Liebe
an die Herstellung der Kerzen und sind für neue Techniken offen. Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung sie an das Basteln herangehen. Bis jetzt läuft also alles gut in meiner Einrichtung. Ansonsten bin ich gespannt, wie sich die Weihnachtszeit in Rumänien gestaltet.

Bis bald Kristin

Wieder eine neue Praktikantin in „Ateliere Protejate“…

Ein Bericht von Kristin Jaster/ Oktober 2006

Ich bin die neue Praktikantin Kristin bei dem Verein Helpstep e.V. in Bukarest, bin 21 Jahre alt und komme aus Dresden. Dort studiere ich Lehramt an berufsbildenden Schulen für Sozialpädagogik und Ethik/Philosophie im 5.Semester. Im Rahmen dieses Studiums absolviere ich ein 6-monatiges Praktikum in den „behüteten Werkstätten“ (auf rumänisch: Ateliere Protejate) bei Helpstep e.V.. Hier arbeiten behinderte Jugendliche und Straßenkinder, alle sind über 18 Jahre alt, und stellen Kerzen her, welche später verkauft werden. Seit dem 13.September bin ich nun in der großen Stadt Bukarest und meine ersten Eindrücke waren schrecklich und schön. Schrecklich ist der Straßenverkehr, der in Bukarest herrscht und die Straßenhunde. Dagegen schön war die herzliche Aufnahme in der Einrichtung. Ich
arbeite in der Kerzenwerkstatt Paulico, dies ist eine von zwei Werkstätten. Alle sind freundlich und aufgeschlossen mir gegenüber und helfen mir die rumänische Sprache schnell zu erlernen. An meinem ersten Arbeitstag wurde ich gleich von einem Jugendlichen mit Namen Radu in die Arbeitsschritte und die Geheimnisse der Kerzenherstellung eingeführt. Eine Kerze herzustellen ist gar nicht so schwer, wenn man Radu als Anleiter hat. Mit Liebe, Geduld und vor allem mit großer
Genauigkeit erklärte er mir jeden Schritt. Mit Händen und Füssen verständigten wir uns. Es dauerte eine kleine Weile bis ich verstand was ich zu tun habe. Denn meine rumänischen Sprachkenntnisse sind noch zu rar, um seine Worte zu verstehen. Als erstes erklärte er mir wie der Docht geflochten wird, dann das Putzen der Formen und das Festmachen des Dochtes. Es folgte das Befüllen der Formen und das Gießen. Am Ende waren wir beide glücklich über unseren Erfolg. In der folgenden Wochen lernte ich die Jugendlichen und das Team besser kennen und sie mich auch. Trotz der Sprache komme ich ganz gut mit den Jugendlichen klar und die Einrichtung gefällt mir auch gut. Ich hoffe dies wird auch für die Zukunft so bleiben. Davon werdet ihr in den nächsten sechs Monaten hören.

Bis bald Kristin