Berichte Freiwilligenjahrgang 2003/04

einige Abschlussberichte des Freiwilligenjahrgangs 2003/2004 aus verschiedenen Einsatzstellen in Rumänien

Somit ist jeder Moment ein Abschied von der Vergangenheit und jede Sekunde ein Neubeginn…
Abschlussbericht von David Shields / August 2004

Ein sicherlich nicht nur für mich sehr wichtiges Jahr geht nun zu Ende. Ich habe dieses Jahr in Rumänien verbracht und arbeitete für die Sozialstation der Diakonie in Bukarest, die zur Aufgabe hat sich um ältere Menschen – in erster Linie der deutschen Minderheit – zu kümmern, ihnen das Leben zu erleichtern, oder erst möglich zu machen. Diese Menschen leiden wie die meisten anderen in diesem Land an den wirtschaftlichen Mißständen dieses Landes und erhalten Renten, die nicht einmal für das nötigste reichen. Daneben ergibt sich für viele alten der deutschen Minderheit das große Problem keine Angehörigen zu haben, die sich um sie kümmern könnten, da nach dem Ende des diktatorischen Regimes Ceausescus (und zum Teil auch schon vorher) viele dieser, die die Möglichkeit hatten dazu entschieden das Land zu verlassen. (hier weiterlesen)

Zu spaet stellt man fest: „Eigentlich haette ich alles anders machen sollen“
Abschlussbericht von Bettina Becker / September 2004

Meine Aufgabe war die Altenbetreuung in der evang. A.B. Kirchgemeinde in Kronstadt, eine schrumpfende deutschsprachige Gemeinde, da die Nachfolgegenerationen fehlen. Denn die, denen es moeglich war, haben spaetestens nach der sog Revolution ihre 7 Sachen gepackt und sind nach Deutschland ausgewandert. Die Zurueckgelassenen bleiben mit einem Gefuehll der Einsamkeit und der Verlassenheit. Bei meinen Altenbesuchen bekam ich das oft zu spüren. Ich betreute 6 ältere sächsische Damen im Alter zwischen 57 und 94 Jahren. Ich half beim Kochen, Einkaufen, Hausputz, Fuettern und Waschen. Desweiteren begleitete ich einige zum Arzt oder half bei anderen Besorgungen. (hier weiterlesen)

so habe ich die Einfachheit und den Verzicht auf grossen Luxus kennengelernt
Abschlussbericht von Monika Stein / August 2004

Ich habe mein FSJ in Rumaenien im Kinderheim Centrul de Plasament Rupea „Casa Ioana“ gemacht. Rupea, in dessen Zentrum sich das Kinderheim befindet, ist eine Kleinstadt mit ein paar tausend Einwohnern. Sie liegt an der Europastrasse 60, genau zwischen Brasov/Kronstadt und Sighisoara/Schaessburg. Rupea hat nicht so viel zu bieten, einige Geschaefte, Kneipen, eine Pizzeria und ein Kulturhaus, in dem ab und zu mal was los ist. Rings um die Stadt befinden sich nur Doerfer. Das Arbeitsplatzangebot beschrenkt sich somit sehr. Entweder man wird Bauer auf dem Dorf oder findet irgendein einen mittelmaessig bezahlten Job in der Kleinstadt. (hier weiterlesen)

Jemanden der sie tröstet wenn mit Tränen wieder mal ein ganzer Ozean gefüllt wird. In dem ich, wenn ich nicht schnell das Schwimmen erlernt hätte, ertrunken wäre!!!
Abschlussbericht von Marcel Lipfert / August 2004

Ich habe mein Jahr in einem kleinen, verschlafenen Dörfchen mit Namen Dacia / Stein im Herzen Transsylvaniens verbracht. Die Bevölkerung könnte man als multikulturell bezeichnen, obwohl das die Ortsansässigen nicht gerne hören. Dort leben Ungarn mit Rumänen, Zigeunern und den versprengten Resten der Siebenbürger Sachsen zusammen. Wobei jede dieser Volksgruppen ihre eigene Sprache spricht und bewahrt hat! Es ist also (für mich zumindest) völlig Normal, das wenn man Wiedermahl zur Wasserstelle schlendert zwei alte Frauen den neuesten Dorftratsch auf Ungarisch auswerten, man von einer vorbei fahrenden Karuzze auf Rumänisch gegrüßt wird, das alte sächsische Ehepaar ihr Gespräch auf Plattdeutsch unterbricht, um mich (wie immer wenn wir uns über den Weg laufen)zu fragen: ? UND WAS MACHST DU? (hier weiterlesen)