Anne Wagner, Praktikantin

Bildungs- und Begegnungszentrum, Kinderheim Dacia (ab Nov.) Zeitraum: Juli 2006 – Juni 2007

Ein Land der Unterschiede und Gegensätze in dem ich ein Stück meines Herzen zurücklassen werde!

Der Abschlussbericht von Anne Wagner / Juni 2007

Liebe Spender, Freunde und Familie, Nun ist es soweit und die Zeit für den letzten Monatsbericht auch Abschlussbericht genannt ist gekommen. Es ist nicht einfach das in Worte zu fassen, was ich in diesem Jahr erlebt, gesehen und geschenkt bekommen habe. Rumänien, als ein Land der endlos weiten Wälder und Wiesen, die einer Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tieren ein Lebensraum bieten ,was noch leben abseits der westlichen Zivilisation bietet und in dem Gastfreundschaft das Leben prägt. Rumänien, als ein Land bedrückender Enge, mit einer Gesellschaft in der die Spanne zwischen Arm und Reich sehr groß ist , wo Korruption noch die Wirtschaft regiert und Rassismus das Zusammenleben prägt. Ein Land der Unterschiede und Gegensätze in dem ich ein Stück meines Herzen zurücklassen werde!
Her trieb mich das Fernweh und die Neugier fremde Menschen ,Sprache und Kultur kennen zu lernen, kurz ,ich wollte einmal über meinen eigenen ?Tellerrand? hinausschauen.
Was mich erwartete war mir jedoch nicht wirklich klar, ich ging eher blauäugig als vorbereitet an die ganze Sache heran. Damit waren die ersten Tage sehr hart denn die Umstellung war doch recht erheblich! Die geliebte heiße abendliche Dusche sollte durch das Waschen in einer Emalieschüssel mit kalten Wasser ersetzten, wenn sich nicht zuvor jemand die Mühe gemacht hatte den Holzofen anzufeuern um Wasser zu erwärmen! Die während meiner Schulzeit zum täglichen Ritual gehörenden Spaghetti, die ich in 15 Minuten kochte dauerten nun auf dem Holzofen fast ein Ÿ Stunde! Meine dreckige Kleidung, die ich sonst schnell in die Waschmaschine zu werfen pflegte sollte forderte nun erst eingeweicht und dann mit der Hand gewaschen zu werden…
Diesen Strapatzen unterlag ich am Anfang neben dem eh schon schmerzhaften HeimwehJ
Doch Gott sei Dank, ist der Mensch ein Gewohnheitstier und ich freundete mich bald mit den vorherrschenden Umständen an. Ja ich lernte sie sogar zu lieben….Ich bemerkte schnell, dass die Umstellung einfach nur eine Frage der Planung war! Ich benötigte für alltägliche Dinge einfach viel mehr Zeit. Als ich dann aber einen Tagesrythmus gefunden hatte machte mir eben Beschriebenes gar nichts aus. Was ich wohl sehr vermissen werde ist , mich im Winter in meinem durch das Kaminfeuer völlig überhitzten Zimmer vor dem Ofen in meiner Schüssel zu Waschen, denn dass gehörte zu meinen täglichen Ritualen.
Was Zwischenmenschliches angeht, sind in diesem Jahr viele Grenzen durchbrochen! Ich war anfänglich extrem misstrauisch und ängstlich! Ich traute den Rumänen nicht … Wenn ich mich, z.b Auf dem Markt in einer Menschenmenge wieder fand hatte ich ständig das Gefühl jeder wöllte mich berauben… Diese Angst kam wohl daher, dass ich von sehr vielen Menschen gewarnt worden war.
Es dauerte lange, bis ich anfing, nicht alle Rumänen bzw. Zigeuner in eine Schublade ( der Verbrecher J) zu stecken! Einen sehr positiven Beitrag leistete dahingehend die Beziehung zu Elvira, jener Mutter, mit der ich mir das ganze Jahr den Hof teilen durfte!
Ihr konnte ich Geld leihen ohne angst haben zu müssen es nicht wieder zu bekommen! Sie lies ich allein in meiner Küche und hatte keine angst, sie könnte mir etwas wegnehmen….
Dies gab mir auch das Vertrauen zu anderen Menschen!
Sie ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich genoss die Zeiten, wo sie trotz ihres schweren Lebens ( Zigeunerfrau mit 4 taubstummen Kindern, die sich von ihrem alkoholabhängigen Mann, der sie und Ihre Kinder misshandelte, scheiden lies, dadurch von ihrer eigenen Familie verstoßen wurde und der was die Unterstützung ihrer Kinder anging ihr auch der Staat den Rücken zuwendete) beim Unkrautzupfen ausgelassen lachen konnte und ihre Augen Schalk und Freude wieder spiegelten! Unvergesslich werden mir auch die Stunden bleiben , in denen sie mir aus ihrem Leben erzählte, von ihrer Jugendliebe und dem dramatischen Ausgang dieser…Durch sie lernte ich viel über Land, Menschen und Kultur!
In den 4 Monaten die ich für das Bildungs und Begegnungshaus zuständig war, waren die schönsten Zeiten, wenn Gruppen da waren! Da war die Motivation ganz anders, als beim in brütender Hitze verschimmeltes Heu verbrennen oder Holzpfeiler in durch die Hitze steinhart gewordene Erde zu rammen! Eigentlich war ich in den Zwischenzeiten das Mädchen für alles!
Von Unkrautzupfen bis Babysitten und Marmelade kochen war alles dabei! Trotzdem war diese Zeit gut, ich lernte anderen zu dienen, auch wenn meine arbeit meist für außen stehende nicht sichtbar war.
Das Kinderheim prägte mich dennoch stärker, schließlich arbeitete ich die meiste Zeit dort!
Wie oft schon geschrieben ,waren es die kleinen unscheinbaren Erlebnisse, die mich wieder aufbauten und mir Kraft und Liebe für die Kinder gaben! Mir half es zu wissen, dass Gott diese Kinder geschaffen hat, er sie liebt und ihre Defizite zu gut kennt… So machte ich mich auf und versuchte die ? Wahren Kinder? hinter den ? kleinen Monstern? zu erkennen.
Mein Wunsch war es von Anfang an, den Kindern zu zeigen, dass ich sie lieb habe , egal was sie machen! Denn das kennen sie nicht! Für die Erzieher sind diese Kinder ?eh nur Zigeuner? (also der Abschaum) und dementsprechend verhielten sie sich auch den Kindern gegenüber. Natürlich nur, wenn keiner fremder hinsah ( nach zwei Wochen war ich keine Fremde mehr für sie und ich durfte ihre Erziehung in vollen Zügen erleben)
Mir war schon am ersten Tag als ich ins Heim kam klar : ?die Strukturen des Heimes kannst du als Praktikant nicht verändern! Aber du kannst den Kindern ein Stück nähe und Wärme abgeben und sie lieb haben?….
Das war nicht immer einfach und manchmal platzte auch mir der Kragen. Ich lernte auch, keine Gegenleistung für meine Liebe ihnen gegenüber zu erwarten, das war manchmal ziemlich schmerzhaft und Momente der Freude ließen teilweise lange auf sich warten. Doch wenn dann ein Kind angerannt kam und sich auf meinen Schoß setzte und mich mit großen dunklen leuchtenden Augen ansah, mich fragte ob ich es lieb habe und mir dann verschmitz einen Kuss auf die Wange drückte, wusste ich, ? es ist gut, dass du hier bist?!
Die Erzieher waren zu mir nett und gerade dass war der Zwiespalt in dem ich stand. Einerseits sah ich, wie sie mit den Kindern umgingen und andererseits wie sie mit mir umgingen. Die meiste Zeit waren sie schon freundlich und obwohl sie meine Arbeit oft aus zunutzten ( ich glaubte sie dachten ich würde es nicht merken, dass sie sich darauf ausruhten).
Ein Beispiel dafür, ich backte mit den Kindern Kekse und die Erzieher brachten welche zum Chef und sagten ? schauen sie mal Herr Direktor, wir haben Kekse mit den Kindern gebacken?….
Aber ich versuchte mich nicht weiter an solchen Dingen aufzuhängen denn es wäre sinnlos verschwendete Kraft gewesen! Innerlich lachte ich sie aus, weil sie dachten ich sei zu dumm um so was mitzubekommen!
Auf alle fälle ließen mich die Erzieher das mit den Kindern machen was ich wollte und sie redeten mir nicht dazwischen.
Gerade was Erziehung und Motivation angeht muss Rumänien noch viel lernen. Aber ich denke man darf auch nicht vergessen was sich seit der Wände in Rumänien an den Heimen alles geändert hat. Die Materielle schiene ist gut abgedeckt worden. Die Kinder haben essen , Kleidung und jeder ein Bett. Ich denke, dass wichtig ist auch die positiven Veränderungen wahrzunehmen und sie dem Land zu gute zu halten. Wobei mir jedoch auch klar ist, dass sie geistige Situation noch lange nicht rechtfertigt.
Doch wie soll eine Generation Kinder erziehen , die selber nie klare Grenzen in der Erziehung erlebt hat, die selber durch Schläge erzogen wurde und der Feindbilder mit auf den Weg gegeben wurden um einen Täter zu haben, der für alles schlechte verantwortlich gemacht wird ( Der Zigeuner).

Trotz allen Schwierigkeiten und Problemen habe ich dieses Jahr sehr genossen und ich bereue kein Stückchen, dass ich mich nach Rumänien aufgemacht habe! Es gibt viele Sachen die mir in sehr guter Erinnerung bleiben werden ….
Ich will mich an dieser Stelle auch noch mal recht herzlich bei allen den denjenigen bedanken, die mich finanziell, emotional oder materiell unterstützt haben! Ohne diese Hilfe wäre mir diese Jahr nicht möglich gewesen! Ich bin sehr dankbar dafür!
Im September werde ich mit meinem Studium der Sozialen Arbeit in Dresden an der Evangelischen Fachhochschule beginnen und ich denke, dass mich mein Jahr in Rumänien auch schon ein Stück darauf vorbereitet hat!

Ansonsten haben wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und gegessen……..

Ein Bericht von Anne Wagner / Mai 2007

Hallo Freunde ,Familie und Unterstützer,Nun komme ich schon zum vorletzten Monatsbericht und ich muss mal wieder feststellen wie schnell die Zeit doch vergangen ist, auch wenn sie an manchen Tagen auch drohte stehen zu bleiben…Langsam kommt die Zeit wo ich mich mit dem Abschied beschäftigen muss, was nicht ganz leicht ist, denn ich habe Land und Leute trotz vieler Unverständlichkeiten lieben gelernt. Aber genug nun…zu den Neuigkeiten dieses Monats.
Seit ende April bin ich nicht mehr allein im Haus , Frank ( mein Chef ) und eine neue Praktikantin sind gekommen. So schnell wie ich mich im Februar an das allein sein gewöhnt habe, habe ich mich aber auch wieder an gemeinsames wohnen gewöhnt, auch wenn es manchmal nicht einfach war.
Im Heim geht es auf und ab! Mal kann ich mich über Kleinigkeiten von Kindern oder Erziehern wirklich freuen, dass sind dann die Hoffnungsschimmer. Zum Beispiel Domnul Florin. Er macht klare Ansagen (das machen manche andere auch, sie setzen sie aber dann nicht durch) z.B., ?Beim Essen wird nicht gesprochen? ( wer etwas will soll die Hand heben). Und man glaubt es kaum, aber es funktioniert. Wer dem nicht folge leistet wird bestraft, aber gerecht bestraft! Denn flüstern oder mit den Erziehern reden gilt dann auch nicht! Das wissen die Kinder langsam und er schafft es mit dieser Methode tatsächlich alle 28 Kinder alleine im Speisesaal beim Essen ohne sprechen zu halten. Hut ab….
Er macht auch Fehler aber sein Grundansatz, nämlich gesagtes durchzusetzen ist echt gut und notwendig.
Vor einer Woche sprachen die Erzieher mal über die ?Krisen? von den Kinder (d.h. wenn sie etwas nicht wollen und sich dann schreiend , tobend und heulend auf den Boden werfen und nicht mehr ansprechbar sind.)Sie stehen dem hilflos gegenüber, denn sie denken, sie müssen die Kinder dann mit Schlägen aus diesen Zuständen wieder herausholen. So werden sie meist jedoch noch viel verrückter….klar…
Da fragt mich doch tatsächlich Domnul Florin, was ich mache, wenn die Kinder sich so verhalten…ich war echt baff und nicht im geringsten darauf vorbereitet, denn mit so etwas hatte ich wirklich nicht gerechnet, dass sich ein Erzieher aus diesem Heim für meine Methoden interessiert…Vor schreck habe ich gleich gar keinen anständigen Satz heraus bekommenJ Trotzdem hoffe ich, dass er verstanden hat, was ich ihm sagen wollte….
……LICHTBLICK…..
Leider Überwiegen doch meistens die hoffnungsloseren Situationen….Aber von denen habe ich ja nun schon oft genug berichtet…
Zur Zeit Nähe ich viel mit den Kindern, dass macht ihnen viel Spaß…ich mal auf Papier Formen vor und sie nähen mit verschiedenen Stichen nach…
Letzten Sonntag waren Anne, Sarah ( die neue Praktikantin) und ich auf einer ?Stina?…Eine Stina befindet sich irgendwo mitten in der Pampa, wo Schaf-, und Ziegenhirten den Sommer über ( bis der erste Schnee kommt) mit ihren Tieren zusammen leben…Eine solche stina hat ein Deutsches Mädel mit ihrem rumänischen Freund aufgebaut und sie hatte uns mal zu sich eingeladen….Das war echt Idylle pur….Natürlich nur , wenn man zu besuch ist und den ganzen Tag nur auf den grünen Wiesen herumliegt und Faulenzt…Der Alltag ist von harter Arbeit gezeichnet und es geht ums Überleben …Dort habe ich seit langem mal wieder auf einem Pferd gesessen und das erste mal gemolken…Ansonsten haben wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und gegessen….
Ansonsten habe ich jetzt öfter mit Sarah zusammen was im Garten gemacht…Umgegraben, Tomaten gepflantz….

Viel mehr neues gibt es auch gar nicht zu erzählen…

Liebe grüße von Anne

weil sie einfach mal Kinder sein durften….

Ein Bericht von Anne Wagner / April 2007

Hallo liebe Spender, Freunde und Familie,Zuerst will ich mich gleich mal entschuldigen, dass ihr alle letzten Monat keinen Bericht zu lesen bekommen habt! Ich habe es mehr oder weniger vergessen, weil ich in Deutschland war…als ich wieder zurück in Dacia war fand ich es dann zu spät. Die neusten Neuigkeiten im Heim sind, dass ich seit Mitte Februar jeden Samstag eine Gruppe von 6-8 Kindern mit zu mir nach Hause nehmen darf! Das ist für mich eine gut Chance einfach mal mit einer kleinen Gruppe etwas schönes und etwas besonderes zu machen…
Mit den Mädchen habe ich schon zweimal einen Kuchen gebacken, vorher den Teig zusammen gerührt(wobei ihnen das Eier ?trennen? am meisten Spaß gemacht hat, sie aber am Ende nicht wirklich getrennt waren),hinterher wurden sie noch schön mit bunten Streuseln verziert…Danach haben wir ihn bei einem Glas Limo verdrückt:) Das war für sie was sehr besonderes und wir hatten sehr viel Spaß.
Wenn die Jungs dran sind bekomme ich von Anne und Martin( zwei anderen Praktikanten) Hilfe, denn mit ihnen alleine ist mir die Sache einfach zu anstrengend!Mit deren Hilfe jedoch ist es auch mit den Jungs echt fetzig, neben Holzbooten bauen, Salzteigautos kneten und Ostereier färben sind auch sie vom backen sehr begeistert (im Teig rummanschen ist die begehrteste Arbeit).Was ich persönlich sehr vorteilhaft an diesen ?Samstagen? finde ist, dass es dort möglich wird auf den einzelnen genauer einzugehen, ihm zu helfen an Punkten ( beim basteln) an denen es nicht weiter weis, ohne das ständige Nerven der anderen Kinder, die auch Hilfe brauchen! Ich freue mich unter der Woche auch meist schon auf die Samstag, obwohl sie meist besonders viel Vorbereitung benötigen, aber ich glaube den Kindern bringt es auch mehr als meine Bastelangebote im Heim denn dort ist immer zu viel Trubel.
Vor Ostern habe ich mit den Kindern Osternester zusammen gebastelt , mir war es wichtig, dass sie selbst ihr Nest basteln, damit sie auch merken, dass so etwas Arbeit macht und dadurch auch einen gewissen wert besitzt( in der Hoffnung, dass sie nicht gleich kaputt gemacht werden)! Ich habe sie dann zu Hause mit Süßigkeiten ( aus einer Spende:) gefüllt und sie Ostersonntag im Heim auf die Treppe gestellt!Außerdem war für jeden ein Osterei drin , was ich am Vortag mit der Jungsgruppe gefärbt hatte genauso wie ein Hefekringel!
Zu Ostern waren sehr viel Gäste da und die Zeit mit ihnen zusammen ist sehr schnell vergangen, Ostersonntag haben wir einen Osterspaziergang gemacht und hatten seit langen mal wieder einen Gottesdienst in der Steiner Kirche. Durch die vielen Gäste war die Kirche auch echt voll.
Etwas sehr schönes durfte ich am Samstag erleben, früh als ich auf Arbeit kam und eigentlich eine Jungsgruppe mit nach Hause nehmen wollte wurde mir gesagt , dass für heute ein Waldspaziergang mit Picknick geplant sei! Erst war ich bissel sauer weil man mir das auch vorher hätte sagen können aber andererseits war ich sehr überrascht über diesen echt netten Einfall!Wir sind nur ein Stück aus dem Dorf hinausgelaufen und haben auf einer schönen Wiese Decken ausgebreitet ( wir waren drei Erzieher die Küchenfrau und ich)! Ein Erzieher hat dann mit den Jungs ein Lagerfeuer gemacht und Weidenpfeifchen gebastelt! Ich konnte an diesem Tag einfach mal nur daliegen, die Kinder beim spielen beobachten und mich mit einzelnen Kindern näher beschäftigen! Mit einem Jungen habe ich beispielsweise Stöcke geschnitzt und mit einem anderen einfach mal nur da gelegen und geredet!
Die Jungs am Lagerfeuer waren einfach eine Wonne, sie haben von überall her Schuhe, Papiertüten und Holz geholt und es unter jolen und jauchtzen verbrannt..Sie haben die Spitzen von Stöcken angesenkt und dann damit Rauchfiguren in den Himmel gemalt. Am Ende waren sie am ganzen Körper mit Ruß beschmiert… Ich habe mich gefreut, weil sie einfach mal Kinder sein durften, Dummheiten machen …
Nach dem Mittag haben sie sich Schnitten mit ans Feuer genommen, auf welches sie kurz vorher Plastiktüten etc. geworfen hatte und sie in diesem Flammen richtig schön schwarz werden lassen, dann voll Freude verzerrt:) Keine Frage dass das echt ungesund war ( ich habe ihnen auch versucht zu sagen, dass wenn sie toasten nur Stöcke aufs Feuer legen sollten)aber sie durften einfach mal was machen, was Jungs in diesem Alter einfach Spaß macht…
Ich glaube , dass es durch das Erziehergespann so angenehm war, denn es war die einzige ausgebildete Erzieherin, ihr Mann , und der, der öfter von den ganzen Pseudoerziehertussis gemobt wird( eigentlich aber zu den Kindern es lieb sein kann ) Ich mag sie , weil sie sich wenigsten mühe geben,.den Kindern auf einer anderen Ebene zu begegnen als mit Schlägen , Geschrei und Arroganz.
Ich habe bis jetzt noch nicht richtig mit ihnen über diese Aktion gesprochen, hoffe aber dass sie es auch als schön empfunden haben und es vielleicht mal wiederholen. So das war erstmal wieder da neuste aus Rumänien…Das herrliche Wetter stimmt einen echt froh und zuversichtlich:)Kurz und Knapp , es geht mir gut

Liebe Grüße

Von Anne

Liebe Familie, Freunde und Spender?….

Ein Bericht von Anne Wagner / Dezember 2006

Wieder einmal ist es Zeit für einen Bericht von meiner Arbeit!
Vor Weihnachten war alles ziemlich hektisch und ich musste mich um relativ viel kümmern.. Da ich über Weihnachten nach Hause fahren wollte , musste das Zugticket gekauft werden und einen Möglichkeit gefunden werden wie ich Bahnhof in einer entfernten Stadt kommen sollte?außerdem jeden Tag den Weihnachtskalender für die Kinder Basteln, die Texte vorlesen üben und die Figur basteln, möglichst noch eine Nachmittagsaktivität für die Kinder ausdenken und vorbereiten! Natürlich forderte auch der Haushalt seine Zeit. Aber es war auch eine sehr schöne Zeit, in denen die Kinderaugen oft glänzten und sie fröhlich gestimmt waren und man ihnen die Aufregung über das bevorstehende Fest anmerken konnte! Für sie gab es mehrmals Weihnachten? Einmal gab es von einen Spielzeuggeschäft Geschenke, diesmal nicht nur Süßigkeiten sondern auch für jeden Jungen ein großes Spielzeugauto , ein Malbuch und kleine andere Sachen, für jedes Mädchen anstelle des Autos eine Puppe?Sie freuten sich sehr und spielten den ganzen Tag mit ihren neuen Errungenschaften! Doch konnten sie mir ihrem neuen Eigentum nicht vorsichtig umgehen und am späten Nachmittag waren die ersten Autos schon kaputt und lagen im Papierkorb?Das gab mir schon einen Stich und ich fragte mich, warum sie mit ihren eigenen Sachen so umgehen? Ich bin zu keinem richtigen Ergebnis gekommen. Sie haben es wahrscheinlich nie gelernt mit Eigentum umzugehen?
Eine kleine Story die zeigt, dass auch Erwachsene damit ein Problem haben( natürlich auch nicht alle)Eine Familie hatte sich ein neue Schrankwand gekauft, sie passte nur nicht durch die Tür, also wurde postwendend die Türschwelle mit dem Hammer rausgeschlagen damit die neue Schrankwand durchpasste?Nur war jetzt die Türschwelle im Eimer?
Als sie realisierten, dass ich bald für 2 Wochen nach Hause fahren wollte, sagte der eine Junge er würde weinen wenn ich wegfahre?wauw war das ein GefühlJDa hab ich mich echt gefreut? Viele baten mich auch dazubleiben und nicht wegzufahren?Natürlich fuhr ich trotzdem.
Dafür war das Wiedersehen um so schöner?Mein Name wurde laut gerufen, die Kinder sprangen an mir hoch drückten und küssten mich?Sie freuten sich sehr!
Dann zog auch schnell wieder der Alltag ein! Eine Woche lang lag bei und Schnee, sodass ein Erzieher und ich mit den Kindern zusammen Schlittenfahren waren! Endlich mal austoben?
Wir bauten einen großen Schneemann zusammen und dann noch einige ganz kleine für auf die HandJSie rodelten in der Kette und alleine! Beim Rodeln in der Kette liegt der auf dem forderten Schlitten auf dem Bauch und hackt seine Beine in den anderen Schlitten ein! So fährt man dann den Hang runter?Ehrlich gesagt tat mir diese Art schon vom hingucken wehJSie benahmen sich wirklich gut und hörten.
Der Schnee ist schon wieder getaut und es herrschen eher frühlingshafte Temperaturen.. Schade, wo ich doch gerne mal einen richtigen harten Winter mitmachen wollteJ na ja vielleicht kommt es ja noch?
Aber es gab auch schon wieder Situationen in denen ich einfach vollkommen überfordert war, die zuständigen Erzieher gingen einfach schnell einkaufen und ich war mit 12 Kindern alleine?Sie taten alles das, was sie nicht dürfen und ich versuchte sie nun davon abzubringen um mir die vorwurfsvollen Blicke und Worte der wiederkehrenden Erzieherinnen zu ersparen?sinnlos!!!
Manchmal denke ich, es liegt an mir wenn die Kinder nicht auf mich hören, aber die Kinder hören auch auf die Erzieher nicht wirklich, nur wenn sie härtere Methoden anwenden. In solchen Situationen, wo sie auch nicht auf die Erzieher hören freue ich mich insgeheim und es beruhigt michJ
Zur Zeit funktioniert es relativ gut mit den Kindern. Ich glaube das Geheimnis liegt darin, sich gerade mit den Kinder, die einen am meisten ärgern und nicht hören, liebevoll zu beschäftigen! Sie auf den Schoss nehmen, kuscheln und manchmal auch ein bisschen zu bevorzugen! Denn ich habe das Gefühl, dass ihnen gerade das fehlt. Wenn ich das mache sind sie auf meiner Seite und hören dann schon mal eher! Dann tut eine Strafe auch mehr weh und man behält sie sich länger?
Mal sehen wie lange das noch so geht?Die Launen ändern sich manchmal schneller als man gucken kann..
Trotzdem macht es mir spaß mit ihnen und ich mag sie so sehr, eben weil ich ihre Not sehe?
Ich weis , dass Gott diese Kinder liebt egal was sie tun, dass möchte ich ihnen gerne zu verstehen geben und ihnen zeigen!

Liebe Grüße
Bis bald

Anne

Ansonsten haben wir herrliches Herbstwetter!…

Ein Bericht von Anne Wagner / November 2006

Buna ziua…Nun ist schon wieder die Hälfte meines vierten Monats hier vorbei!! Die Zeit vergeht wie im Flug und ich bin schon über ¼ Jahr in Dacia…Ich werde aber auch das restliche ¾ Jahr in Dacia bleiben, nur meine Einsatzstelle wird vom Bildungs- und Begegnungshaus ins Kinderheim verlegt, denn über den Winter bleibt das Bildungs- und Begegnungshaus geschlossen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Arbeit mit den Kindern , dennoch gehe ich mit gemischten Gefühlen dorthin, denn ich habe noch nicht viel Positives über Erzieher etc. gehört !Dazu jedoch nächstes mal mehr…Denn es geht erst ab November los. Rückblickend war dieser Monat ein sehr Ereignisreich! Mitte September kam die Buchhalterin von „Copiii Europei“ mit ihrem Freund und machte Cordula ( andere Praktikantin ) und mir das verlockende Angebot mit ihnen ans Donaudelta und ans Schwarze Meer zu fahren! Wir waren begeistert und auch Frank, mein Chef, gab sein Einverständnis!
Das Donaudelta hat mich persönlich nicht umgeworfen, aber das lag vielleicht auch daran, dass dort im Frühjahr ein Hochwasser wütete und viel Müll rum lag! Wir sahen es auch nur von außen, denn die „unberührte Natur“ war nur per Boot erreichbar und die Kosten für eine Fahrt übertrieben hoch. Aber unsere Unterkunft; die wir nach langen suchen endlich gefunden hatten ,war königlich J Ein eigenes Bad mit warmen und fließenden Wasser, Dusche und Fernseher!!! Hier lernt man alltägliche Dinge schätzenJ….
Am nächsten Morgen gings über Istria, wo wir eine Ausgrabungsstätte einer alten römischen Siedlung anschauten, nach Mamaia ( 15 Kilometer von Constanza entfernt) in eine Bungalowsiedlung direkt am Meer! Es folgten zwei Strandtag gekoppelt mit der Besichtigung von Constanza und einem leckeren Essen in einem Restaurant direkt am Hafen. Zu rumänischen Restaurants und Gaststätten ist aber zu sagen, dass man meist nicht das bekommt was man bestellt hat, weil eine Verwechslung vorliegt oder ,weil sie außerhalb der Saison keine Lebensmittel vorrätig haben…
Vorm schlafen haben Cordula und ich immer noch Fernsehn geschaut ( pro Sieben, den einzigen deutschen Sender)! Auch das war herrlich sich einfach in deutscher Sprache berieseln zu lassen…
Über Bukarest, einem Mc Donald Eis und der Besichtigung des Chaucescopalastes ging es wieder nach Hause! Der Trubel die Großstätte etc. waren sehr schön und trotzdem war ich wieder froh in der gewohnten Umgebung anzukommen…
Ein Tag später kamen meine Geschwister zu Besuch, da war die Freude bei mir groß!!!
Frank sagte mir, ich sei für die Gruppenbetreuung zuständigJ! Ich zeigte ihn ein bisschen was und durfte auch mit ihnen noch mal ans Schwarze Meer fahren! Auf dem Rückweg besuchten wir noch Ione ( einen befreundeten Tischler) in seinem Bergdorf! Wir wurden hervorragend bekocht und wir wanderten mit ihm zusammen in ein abgelegenes Kloster! Diese Wanderung war letztendlich sehr anstrengend aber trotzdem sehr schön! Da Ione und seine Frau nur rumänisch sprechen, musste ich mein bisschen rumänisch mal anwenden! Das war nicht einfach aber es hat mir spaß gemacht und ich habe gemerkt, dass es meinen Sprachkenntnissen gut tat!!!
Seit dem reichlich Urlaub bin ich oft mit Holz machen für den Winter beschäftigt! Das heißt, Bäume umsägen, klein machen, in den Hänger ein bzw. ausladen und hacken!! Das anstrengende ist , dass wir das Holz bei Freunden von Frank und Rica hohlen, dessen Grundstück direkt an einem steilen Hang liegt und man ständig rauf und runter laufen muss!
Hacken und einstapeln macht hingegen schon viel mehr spaß!!! Das mach ich solange, bis meine Hand zu zittern beginntJ. Ich glaube, dass kommt durch den ständigen Aufprall….
Cosenziana, eine taubstumme Tochter von Elvira ist zurzeit zum Probearbeiten bei Helpstep ( da , wo die Kerzen hergestellt werden)! Das ist der Versuch ihr eine Zukunft zu sichern und sie in die Selbstständigkeit zu führen!! Jetzt hoffen wir alle, dass ihr die Arbeit spaß macht und sie sich ganz dafür entscheidet! Franks Ziel ist es, für alle taubstummen Mädchen eine Arbeit zu finden und damit auch Elvira finanziell entlasten!
Für Diana (1. Klasse)und Robert( mit seinen 15. Jahren 4. Klasse) hat seit September die Schule wieder begonnen! Das ärgerliche ist jedoch, dass sich gerade Diana oft krank stellt um nicht in die Schule zu müssen! Da sie trotzt angeblicher Krankheit dann draußen rumspringt und spielt, haben wir beschlossen sie immer wieder rein zu schicken, als Zeichen dafür, dass wir das nicht gut finden! Seit einigen Tagen läuft es ganz gut. Roberts Motivation in die Schule zu gehen hat frank geweckt indem er ihm ein Fahrrad versprochen hat wenn er das ganze Jahr gut in die Schule geht! Ich kann ja auch verstehen, dass man mit 15. keine Lust mehr auf die 4. Klassen hat, aber ohne Schule hat er noch weniger Chancen…
Elviras Kinder sind für mich schon fast wie Geschwister geworden!
Ansonsten haben wir herrliches Herbstwetter! Am tag ist es richtig warm in der Sonne und in der Nacht sinkt die Temperatur schon fast bis auf Null Grad!
Abends machen wir es und dann in der Küche gemütlich und spielen was bzw, schauen DVD!
Soweit für diesen Monat!!!

Eure Anne

…Ich hoffe, es bleibt weiterhin so schön!

Ein aktueller Bericht von Anne Wagner / Oktober 2006

Hallo! Jetzt ist es mal wieder soweit, euch zu erzählen, was ich im letzten Monat so alles gemacht habe,etc…Die Zeit mit den gruppen im Begegnungshaus: Die erste „richtige“ (vorher war schon mal ein Ehepaar und drei Freunde von Alesxander und Ricarda zu Besuch) Gruppe kam Mitte August.30 Leute (20 Deutsche und 10 Rumänen) wurden uns angekündigt, sodass Elvira und Ich nochmal den ganzen tag geputzt haben, damit alles sauber und ordentlichsei für die Gäste!Meine Aufgabe lautete für die nächsten 3 Wochen, ständig ein Ansprechpartner für die Gruppen zu sein, Dinge zu organisieren, die noch fehlten(z.bsp. große Töpfe),jeden Tag Bad und Küche putzen,abends als letztes noch Milch holen und abkochen…Bei alle dem wurde ich von Elvira unterstützt.Am Abfang war ich noch bissel skeptisch, als ich kurz nach dem Frühstück im Begegnungshaus einschneite, um Bad und Küche zu putzen.Die Küche war voll von jungen Leuten,die gerade beim abwaschen waren und sich im Bad die Letzten noch die Zähne putzten… Ich kam mit also ziemlich fehl am Platz vor und wusste nicht so recht mit was ich nun am Bessten anfangen sollte,damit ich niemanden im weg stehe, aber trotzdem meine Aufgaben erledigen konnte.Aber nach ein paar tagen hatte ich mich dran gwöhnt zwischen Tür und Angel schnell Küche und Bad zu säubern(was nach ein paar Minuten eh wieder so dreckig war wie vorher). Die Gruppe baute in diser Zeit eine Solardusche im Garten mit zwei Kabinen!Sie sieht wunderschön aus und funktioniert auch gut, wie ich schon am eigenen Leibe erfahren durfte. 🙂
In der gleichen Woche wurde Cora(Tochter von Frank und Rica) in der Steiner Kirche getauft,von einem Pfarrer,der bei der Gruppe als Betreuer mit war..
Alle hofften auf sonnenschein, denn wir hätten keine 90 Gäste im Haus untergekriegt!Das Wetter spielte aber auch super mit und meine Aufgabe bestand teilweise darin Fliegen von Kuchen und Keksen zu verjagen!Wir haben nämlich eine absolute Fliegenplage(sodass es möglich war 8 Fliegen mit einer Hand zu erschlagen)
Ebenfalss in dieser Woche hatten wir eine Gruppe schwererziehbarer Jugendlicher aus unserem Hof.Die Jungs haben im Garten gezeltet und die Betreuer haben unten in der Cabanuza geschlafen..Die zigeunermädels aus dem Dorf verdrehten den Jungs die Köpfe und so waren sie meistens gar nicht auf dem Hof…Auch mit Robert(dem Sohn von Elvira) und ihren Mädels haben sie sich verstanden!Ich hatte meinen Spaß, wenn ich zuhören konnte wie die Jungs miteinander geredet haben und zusehen konnte, wie sie miteinander umgegangen sind…Das war echt wie im Kino(Filmreif)
Zum Beispel leistete sich ein Juge mit robert eine wasserschlacht vor dn Augen mehrerer Zuschauer.Er beschimpfte ihn in größten Zügen,denn robert war feige und lief entweder hinters Auto oder ins Haus.Er erklärte ihm(obwohl er es eh nicht verstand), dass er auch keine Hemmungen hat ihm bis ins haus nachzulaufen,um ihn nass zu machen.Da war sein Mund aber doch größer als der Mut, denn wenn Robert ins haus lief,überlegte er sich lautstark schnell eine Ausrede, warum er ihm gerade jetzt nicht nachlaufen könne… Wai lagen fast unterm tisch vor lachen!!
Nur ärgerlich für mich war, dass sie mein ganzes Süßigkeitenfach im Kühlschrank leer geräumt haben und nach dieser Woche mein Handykabel spurlos verschwunden war(wobei nicht klar ist, ob es den allgemeinen Auflösungstendenzen auf dem Hof zum Opfer gefallen ist oder den Jungs..)
Die zweite Gruppe im Begegnungshaus war kleiner und auch selbstständiger, denn die Betreuer waren schon mehrmals in RO gewesen und kannten sich schon gut aus…Mit dieser Gruppe war ich ein Tag lang in Sibiu,um die Stadt anzugucken,leider sind wir erst 15.00 Uhr losgefahren(3 Stunden Fahrt), sodass wir eigentlich nur den Abend dort hatten…Aber dort war gerade stadtfest und so war eine große Bühne aufegbaut, wo Musik gespielt wurd und Theater und auch mittelalterlich Kämpfe aufgeführt wurde,etc…
Ich saß den ganzen Abend am Markt und habe einfach mal nichts gemacht und mich berieseln lassen und gegessen…Das war echt schön zum Ausspannen!
Als die zeit mit den Gruppen vorbei war, kam auch der tag , wowir uns von Alexander und Ricarda verabschieden mussten!Ihre Zeit hier war vobei!Cordula und Ich haben sie zum Zug gefahren und vorher waren wir alle zusammen nochmal Pizza essen..EIn schöner aber auch trauriger abend…
Abends sitze ich jetzt oft noch mit Cordula in dr Küche und wir lernen ein bissel rumänischoder reden über den tag,dann gehen wir meist halb oder um zehn ins Bett.Ich bin jetzt ins haus gezogen, denn in der Cabanuza ist es einfach zu kalt.Tagsüber haben wir so um die 20 Grad, aber sobald die Sonne weg ist, wird es hundekalt(früh um sieben zeigt das Thermometer um die 4-5 grad).In diesem Zimmer habe ich ein Kamin,den ich feuern kann!Aber leider auch Mäuse…
Einmal Nachts ist mir Eine übers Kopfkissen gelaufen und ich bin gerade wach geworden…IIIHHHH!Das war dann echt nicht mehr so schön.Aber da ich keinen anderen Ausweg sah, beschloss ich, mir einzureden,dass die Maus sicher nicht wieder kommt und schlief weiter…

Zusammenfassend kann ich echt nur sagen,dass es mir hier sehr gefällt und ich das Jahr einfach genießen will…Ich hoffe, es bleibt weiterhin so schön!

Ein großen dank an alle die,die mich durch geld oder Brief oder anderen Sachen unterstützen, denn ohne das, wäre es für mich nicht möglich hier zu sein.

Viele Grüße
Anne(für Castor und eichhörnchen… euer Räupchennimmers…..)

Fast niemand nennt mich Anne…

Ein Bericht von Anne Wagner / August 2006

Hallo ihr Lieben,Jetzt habe ich mich schon richtig in Dacia eingelebt!Ich fühle mich fast wie Zuhause, nur das mir natürlich meine familie und meine Freunde fehlen!Aber ich glaube, wenn es nicht so wäre, wäre irgendetwas faul.Bis Mitt juli hatten wir einen Tischler hier(Ione), er ist Rumäne und arbeitete wie schon in vergangenen Jahren mehrere Wochen für frank. Er kommt aus sehr einfachen Verhältnissen und kann durch die Arbeit in Daciafast sein gesamten Jahresunterhalt verdienen.Er hat zum beispiel auch die Cabanuza(Schlafscheune), in der ich jetzt wohne, neu aufgebaut!Ihn haben Frank, Rica, Cora und ich nach hause gefahren.Nach mehreren Stunden Fahrt, teils auf „gut Asphaltierten“ Straßen bzw. eher feldwegähnlichen „Huppelpisten“, landeten wir in einem kleinen Bergdorf (mitten in den Karpaten), namens Biscora. Wir worden von seiner Frau und seiner Tochter sehr herzlich empfangen und schleppten unser Gepäck über einen winzigen Trampelpfad in seine kleine Holzhütte.Mich überwältigte die Gastfreundschaft und die scheinbare Idylle, die das Leben dort zu prägen schien.Jeder hatte seine eigene Kuh, sein Huhn, sein Schwein und ein Stück Feld, um das eigene Überleben zu sichern…
Das in Mitten einer Landschaft, die von riesigen Wälder, hohen Bergen und saftigen grünen Wiesen überzusprudeln scheint…Für mich las gast war es wahrscheinlich idyllisch und zum Ausruhen wie geschaffen, doch für die bewohner des Dorfes ist es ein einziger Kampf ums Überleben!Den ganzen Sommer über sammelt man Vorräte für den Winter, denn der ist dort sehr hart und kalt, jeder Liter Milch und jedes Stück Holz ist sozusagen gold wert! Trotzdem worden wir so reichlich und gut bekocht, dass es mir schon fast peinlich war, denn schließlich sah und spürte ich die armut schon.Selbst zum Frühstück bekamen wir schon selbstgemachte pommes und frittierte eier(das war zwar sehr fettig, aber unwahrscheinlich lecker!).Zu jeder Mahlzeit wurde selbstgemachter Käse und eigengebrannter Schnaps aufgetischt…Wir worden also im Wahrsten Sinne des wortes gemästet!

Diesen Monat hatten wir auch schon die ersten Gäste im Begegnungsheim!Die ersten waren drei Freunde von Ricarda und Alexander.Sie waren eine woche in den Karpaten wandern und haben dann noch zwei Nächte hier im Begegnungsheim übernachtet.Mit ihnen haben wir dann abends gegrillt und gesungen.Das war ein richtig schönes Erlebnis, denn es kam leben in das alte Pfarrhaus und meine Arbeit(putzen etc.) bekam einen ganz neuen Sinn und gab mir neue Motivation.

Dann habe ich diesen Monat meinen ersten geschwisterkreis miterlebt!Aller 6 Wochen treffen sich dabei Christen(meist Deutsche, die in verschiedenen sozialen Projekten in Rumänien tätig sind). Dann wird zusammen gesungen und über einen Bibeltext gesprochen(in kleinen Gruppen), natürlich haben wir auch zusammen gegessen(Kaffeetrinken und Abendbrot), zu dem jeder etwas beigetragen hat. Das Schöne war, dass ich mich nicht wirklich fremd gefühlt habe, sondern gleich lieb aufgenommen worde.(Christen verbindet etwas!)

Von dem eigentlichen Arbeitstag gibt es eigentlich noch nicht viel zu berichten. Das Einzige was zu sagen ist, dass ich in letzter Zeit nicht ganz so viel zu tun hatte und dadurch mehr Freizeit hatte. Ab nächster woche (da kommen die ersten großen Gruppen) wird sich das stark ändern!

Das was mich am meisten bewegt, passiert meist außerhalb der Arbeitszeit! Zum Beispiel gehe ich jeden Abend bei einem alten Ehepaar im Dorf Milch holen. Jetztmal fing die alte Frau an mir zu erzählen, dass sie nach dem Zweiten weltkrieg nach Russland in ein Arbeitslager verschleppt worde und dann durch Zufall nur wieder nach Hause gekommen ist…Ich wustte nicht so recht, was ich dazu sagen soll und habe einfach zugehört…Außerdem finde ich es spannend, was die alten leute im Dorf alles noch selber machen(Seife, Brot…).Ich hoffe, dass ich die Möglichkeit kriege davon noch ein Bisschen was zu lernen.

Mit Diana putze ich auch weiterhin noch Zähne! Manchmal, wenn ich Zeit habe male oder bastele ich auch was mit ihr.Einmal haben wir solche Hüte aus Zeitungspapier gefaltet und angemalt(sie wollte gar nicht mehr aufhören) oder ich habe mit ihr Duschmarken(fürs Begegnungszentrum) gemacht (mit Kartoffeldruck).Sie ist immer sehr konzentriert und freut sich, wenn sie das resultat sieht!
Auch die Kommunikation mit den anderen Kindern von Elvira klappt immer besser.Meistens schreiben oder malen wir das auf, was wir sagen wollen bzw. verständigen uns mit Händen und Füßen!

Diesen Monat habe ich auch Besuch von meinem Vati bekommen:er hat hier in rumänien eine Posaunenchorrüstzeit mitgemacht und damit gleich mehrere Besuche bei mir verbunden.Das war echt schön, er hat mit all das mitgebracht, was ich in Deutschland vergessen hatte oder, wo ich nicht dran gedacht habe. Neben dem hat er auch an mein und unser leibliches Wohl gedacht und viele leckere Süßigkeiten und andere leckere essbare Dinge mitgebracht!!!Das war wie Weihnachten mitten im Jahr.
Wir waren dann einen Tag in Medias, einer relativ großen Stadt und haben uns das Zentrum angeschaut.Wir hatten uns auch so einiges zu erzählen und ich konnte seit langem mal wieder Auto fahren.
Einen Tag war auch die gesamte Gruppe von Vati in Dacia.Sie waren sehr an unserem Projekt interessiert und wir haben mit ihnen eine Führung im Pfarrhaus gemacht.Natürlich war gerade an diesem Tag schlechtes Wetter und wir mussten Kaffeetrinken und Abendbrot nach drinnen verlegen!Obwohl wir, glaube ich, alle nicht dachten, dass wir die ganze Truppe im Haus unterkriegen, hat es letzten Ende doch sehr gut geklappt…

Bis bald
Eure Anne
(Übrigens sind die Rumänen sehr kreativ in neuer Namensgebung!Fast niemand nennt mich Anne, manche sagen Anna , andere wiederrum Anni…Naja aber man gewöhnt sich ja an alles)

Aber wir lernten auch ein zweite Seite Rumäniens kennen…

Ein Bericht von Anne Wagner / Juli 2006

Buna Ziua,Ich weiss gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll zu erzählen…Dies hier ist nun mein erster Monatsbericht(obwohl ich erst seit 14 tagen hier in Dacia bin). Trotzdem gibt es einiges zu erzählen…Vollgepackt mit meinen persönlichen Sachen und vielen anderen Dingen(z.B. 14 Bettmatratzen,Rollatoren und PC-Bildschirmen…)von Frank,machten mein Vati und ich uns auf die Reise nach Rumänien!!Ich hatte schon ein wenig angst vor den Grenzen, dass wir vielleicht das ganze Auto ausräumen müssen oder so.Aber Gott sei Dank kamen wir gut über dir Grenzen, indem wir einfach immer sagten, wir würden privat verreisen(so wie Frank es uns aufgetragen hatte). Als wir dann endlich die rumänische Grenze überschritten hatten, konnten wir uns erst mal aufatmend zurücklehnen! Aber schon bald(als wir an einer Ampel hielten), lernten wir die erste Seite Rumäniens kennen: Armut! Kinder kamen an die heruntergelassene Fensterscheibe und erbaten mit flehendgefalteten Händen Geld…Wir gaben ihnen nichts…Das tat ziemlich weh und in mir wuchs eine Art Scham(Menschen so zu sehen) und Hilflosigkeit. Ebenfalls kamen wir gleich in den Genuss der rumänischen Strassen, wo sich teilweise Schlagloch an Schlagloch reihte…

Aber wir lernten auch ein zweite Seite Rumäniens kennen: die herrlich, scheinbar nie endenwollende Landschaft, bestehend aus Bergen(Karpaten,die sich durch ganz Rumänien erstrecken) und unendlichen Wäldern und Wiesen,kleine Dörfchen…Ich war hellauf begeistert und die fast 9 Stunden, die wir durch Rumänien fuhren vergingen schneller als gedacht(denn ich konnte und wollte mich nicht satt sehen).

In Dacia angekommen, worden wir von zwei sehr lieben und zuvorkommenden Praktikanten von Copiii-Europei aufgenommen und bewirtet!Mein Zimmer war im alten Pfarrhaus(Begegnungszentrum). Ich fürchtete schon, dass ich alleine in diesem haus Angst haben würde!! Doch so schlimm war es dann doch nicht! Im Gegensatz zu frank´s Familie und Borcherts(den beiden Praktikanten) hatte ich den Genuss eines richtigen Bades und eines WC´s und fließend wasser(zwar nur kalt, aber besser als gar nichts).Die erste Woche hatte ich erst mal Zeit um mich einzuleben, was ich als sehr positiv empfand.Mein Vatider noch 3 tage mit in Dacia blieb bevor er die heimreise antrat) und ich erkundeten zum Beispiel das Dorf, wo wir wieder von Kindern angesprochen worden, diesmal jedoch wollten sie bonbons. Borcherts hatten uns zuvor aber geraten nichts zu geben(nach dem motto: reichst du ihn den kleinen Finger(d.h. gibst du ihnen bonbons), so reißen sie dir den ganzen arm heraus, weil sie dann erwarten, dass du jedes mal, wenn du die siehst Bonbons für sie hast).Anfangs war ich ziemlich geschockt über diese Ansicht, als ich dann aber merkte, dass uns die Kinder hinterherliefen und nicht von uns abließen,weil sie nicht verstanden,dass wir ihnen nichts geben wollen,entstand in mir eine Vorstellung darüber, wie sie reagieren würden, wenn sie gewohnt wären von mir Süßes zu bekommen und ich dann einfach mal nichts für sie hätte…

An einem anderen tag, waren wir nich in Sighisuara und schauten uns die Stadt an…

Frank,Rica und Cora kamen drei Tage später…
Wir essen hier alle zusammen in einer überdachten Sommerküche. Diese gemeinschaft ist echt schön und ich genieße die gemeinsamen Mahlzeiten. Wäsche waschen wir per hand und wir kochen auf einem Ofen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, schaffe ich es nun auch Feuer im Ofen zu machen.

Nachdem ich an einem Abend eineen richtigen Heulanfall(wobei mehrere Sachen eine Rolle spielten,z..b. Heimweh,die Umstellung,dass es nur Wasser aus dem Brunnen gibt, die Armut und die einsamkeit im großem Pfarrhaus)zog ich mit auf den Hof von Frank und Rica(in die Schlafscheune)Hier fühle ich mich nicht mehr so alleine und einsam…Es tat mir selbst sehr gut einfach mal alles herauszuheulen was sich von Anfang an in mir angestaut hatte (auch wenn es mir peinlich war) Jetzt besuche ich übrigens wie alle anderen auch ein Plumpsklo und wasche mich im garten in einer Schüssel.

In der letzten woche habe ich viel im Pfarrhaus gearbeitet, es waren noch einige Dinge zu erledigen bis die ersten Gäste kommen…Wir haben 10 Doppelstockbett gestrichen und zusammen gebaut,geputzt und geschrubbt, viele spinnweben entfernt…

Wir teilen den Hof mit einer Zigeunerfamilie(bzw einer Mutter mit fünf behinderten(gehörlos und taub))Vier Kinder sind schon 14 bzw. älter, aber es dibt auch die Diana, sie ist ungefähr 8. Sie ist noch nicht vollständig taub und kann auch noch reden. Ihr zustand verschlechtert sich jedoch.
Mit ihr spiele ich oft Ball oder albere mit ihr herum.Sie freut sich dann immer sehr, und wenn ich sie für irgendetwas lobe oder sie in den Arm nehme!Ihr lachen motiviert mich dann auchg weiter zu machen, obwohl ich sie mit ihren rumänisch eigentlich gar nicht verstahe und auch nichts sagen kann außer bine oder foarte bine, was soviel heißt wie gut bzw. sehr gut…Trotzdem verstehen wir uns und sie ist mir schon sehr ans herz gewachsen.Heute habe ich angefangen mit ihr Zähne zu putzen.Auf Mundhygiene wird hier nicht allzu viel wert gelegt…Viele haben nur noch Stummelzähne(und extrem Zahnschmerzen), weil sie nie Zähneputzen.Diana bekommt gerade Schulzähne und sie sind noch nicht mit Karies befallen(soweit ich es mit bloßén Augen feststellen konnte). Auf jeden Fall hat sie sich gefreut, als ich ihr eine Zahnbürste gab(die ich als reserve mit hatte).Wir standen zusammen im Garten und haben fleißig Zähne geputzt(ich glaube die Zahnpasta war ein wenig zu scharf für sie)

Trotz allem Fremden und nicht so Schönem bin ich sehr dankbar hier sein zu dürfen!Ich werde zwar nur kleine Dinge an einzelnen Menschen ändern können,aber egal… .

Viele liebe Grüße
Eure Anne