Ein kurze und ereignisreiche Osterfahrt nach Dacia/ Stein

In den sächsischen Osterferien gab es wieder eine Fahrt nach Rumänien. Die Fahrt begann am Donnerstag, den 17.4.2014 kurz nach 16.00 Uhr in Dresden. Der Bus und der Hänger wurden schon am Wochenende vorher geladen und enthielten neben Kleidung eine größere Anzahl Windeln für das Altersheim der Diakonie in Brasov/ Kronstadt, medizinisches Material für das Krankenhaus in Rupea/ Reps, junge Bäume für den Garten des Bildungs- und Begegnungszentrums, Materialien für das Schulprojekt, sowie ganz persönliche Geschenke für die Kinder des Schulprojekts. Bevor die Reise am Donnerstag losging, bekam ich am Morgen um 6.00 Uhr einen Anruf von meinem lieben Nachbarn in Dresden. Der bis dahin gepackte Hänger, welchen ich auf einer Nebenstraße abgestellt hatte, war während der Nacht von neugierigen Wesen geöffnet worden. Die Säcke mit Kleidung waren aufgerissen und lagen teilweise auf der Straße verteilt. Mit Hilfe meines Nachbarn konnten wir diese jedoch ohne größere Schäden wieder verpacken und den Hänger wieder verschließen. Die ebenfalls im Hänger verstauten Rasenmäher und Mähbalken waren jedoch so gut verpackt, dass die neugierigen Augen sie nicht gesehen hatten.

Am Freitag, späten Nachmittag, kam ich nach acht längeren Staus und einer Totalsperrung der Autobahn in Ungarn, die mehrere Stunden Zeit kostete, etwas erschöpft in Simeria, bei Pfarrer Paul Dörr und seiner Frau Elena an. Meinem Wunsch, einfach nur noch ins Bett zu gehen, wurde nicht statt gegeben. Paul, der gerade von einer Beerdigung zurück kam, hatte sich seit mehreren Tagen von der Hausherrin das Essen „Arme Ritter“ gewünscht und war der Meinung, dies nur mit mir verspeisen zu wollen. Dabei erzählte mir Paul ausführlich, welche Freude die aus dem Erzgebirge erhaltene Holzzentralheizung der von ihm zu betreuenden Roma- Gemeinde macht. Natürlich gab es auch noch eine kleine Bitte. Zwei weiter entfernte Roma- Gemeinden, welche ebenfalls von Paul betreut werden, benötigen noch für ihre kleinen Kirchen Stühle. Aus diesem Grund bitten wir- wer in seiner Gemeinde oder sozialem Umfeld Stühle abzugeben hat, kann sich gerne an uns wenden- wir suchen 2x je 30-35 Stück für die Gemeinden in Rumänien.

Am nächsten Morgen- ausgeschlafen und frisch gestärkt, ging es weiter nach Dacia/ Stein. Bei der Einfahrt hielt ich bei Kurator Konnerth und wir sprachen kurz den Gottesdienstbesuch in der Nachbarstadt am Ostersonntag ab. Hier, wie auch später von Elvira, erfuhr ich, dass in den letzten Wochen in die Kellerräume des Bildungs- und Begegnungszentrums- seit 8 Jahren wieder einmal- eingebrochen wurde und dabei u.a. das gesamte Eisengerüst gestohlen und Fenster zerstört wurden. Nach den Gesprächen mit Elvira ging es dann rasch ins Bett.

Der Ostersonntag begann mit einem Ostergottesdienst in Rupea. Die alten Sachsen haben sich sehr gefreut, mich wieder zu sehen. Nach dem Gottesdienstbesuch konnte ich mit Pfarrer Schmidt die Grobplanung für das Jahr 2014 durchsprechen. Danach ging es zurück nach Stein und ans Ausladen und Sortieren der mitgebrachten Sachen. Am Nachmittag begann ich mit Robert die Wasserinstallation im Bildungs- und Begegnungszentrums wieder zu aktivieren. Dabei mussten wir leider feststellen, dass Teile der Leitung der Sommerdusche abgefroren waren und die Pumpe, welche wir letztes Jahr neu erworben hatten, leider auch nicht ihre Arbeit aufnehmen wollte. Dies bedeutete für uns, die Pumpe wieder auszubauen und eine Ersatzteilliste für die Sommerdusche zu machen. Bis zum Abend waren wir beschäftigt, die mitgebrachten Bäume und Sträucher im Garten des Bildungs- und Begegnungshauses einzupflanzen. …

Noch letztes Jahr im Oktober hatten wir zwei Paare bei uns in Dacia/ Stein zu Besuch, die uns zwei Nussbäume als Geschenk mitbrachten und welche wir gemeinsam eingepflanzt haben. Nun stand ich mit Herrn Konnerth vor einem der Nussbäume, an dem die ersten Knospen zu sehen waren. Der Baum treibt das erste Mal aus in Stein und einer der Gäste, der den Baum mitgebracht hat, ist im vergangenen Dezember mit Mitte Vierzig überraschend verstorben. So bekommt dieser Baum eine ganz eigene Bedeutung für den Wert des Lebens und für das, was wir daraus machen dürfen. …

Für den späten Nachmittag war ich eigentlich von den anderen angereisten deutschen Gästen eingeladen, eine selbst gebackene Pizza zu genießen. Jedoch kam gerade da eine ungarisch-rumänische Freundin mit selbst gebackenen ungarischen Spezialitäten zu Besuch. Danach hieß es einfach nur noch schlafen.Der Ostermontag war ausgefüllt mit dem Wegfahren des Mistes, welchen die Kuh über den Winter produziert hatte, das medizinische Material wurde nach Rupea gebracht und der Hänger wurde mit den Spenden für das Altersheim der Diakonie in Kronstadt vorbereitet.

Am Dienstag ging es dann nach Kronstadt. Dort wurde das Auto zur Werkstatt gebracht, das Geld für die Gehälter, für Steuern und Versicherungen von der Bank geholt und der Buchhalterin alle Unterlagen zur Verfügung gestellt. Da unser guter Geist Waltraud in Kronstadt schon vieles vororganisiert hatte, konnten alle diese Dinge bis Mittwoch Abend erledigt werden und es ging zurück nach Dacia. Donnerstag wurden für die Rückreise schon wieder Vorbereitungen getroffen und die Unmengen an Mist der Kuh weiter aufs Feld gebracht. Ebenso wurden mit Valentina die Bauvorbereitungen und Ausmessungen geregelt, wo dieses Jahr neue Elektrik und ein Fußboden eingebaut werden sollen. Ebenso folgten die Beseitigung der Einbruchspuren im Pfarrhaus und eine festliche Übergabe der Geschenke für die Kinder des Schulprojektes. Die Kinder, welche wussten, dass es Besuch aus Deutschland gibt, hatten als Dankeschön ganz liebe kleine Ostergeschenke für die Kinder der Grundschule in Radebeul gebastelt.

Freitag Morgen um 6.00 Uhr begann die Rückreise, welche nur zweimal abrupt durch mobile Zollfander auf der Autobahn in der Slowakei und der Tschechischen Republik gestoppt wurde. Nach 20 Stunden Non-Stopp-Fahrt endete der kurze Ostereinsatz glücklich, zufrieden und erschöpft.

Ganz herzlich möchten wir uns bedanken bei: den Kindern, Eltern und Pädagogen der Ev. GS Radebeul; Dorothea Georgie bei der Organisation, Planung, Durchführung der Geschenke für die Kinder des Schulprojektes; der diakonischen Gemeinschaft des Diakonissenkrankenhauses Dresden für die Spende für das Schulprojekt; dem Kirchenkreis Mühlhausen und den privaten Spendern für die Spenden für das Schulprojekt; Catrin Schubert für die zur Verfügung gestellten Spenden für die Buchhaltungsfirma. Durch ihre Zuwendungen war es Möglich die Gehälter für den Zeitraum Januar bis August sowie die Ausstehende Steuern und Versicherungen.

Mit lieben Grüßen

Frank Roth

Bilder folgen!!!